You are using an outdated browser. For a faster, safer browsing experience, upgrade for free today

Zwei Ausfahrten ins Blaue 2021

ZWEI AUSFAHRTEN INS BLAUE

Am Freitag, dem 23.07.21, trafen sich zehn Enthusiasten der Sektion Aachen zu einer Ausfahrt durch die deutsch-belgische Eifel .

Bei strahlendem  Sonnenschein starteten wir gegen neun Uhr in Lichtenbusch. Die Fahrt ging über die B 258 vorbei an Relais Königsberg  die Himmelsleiter hinauf in Richtung Roetgen , immer entlang der unsichtbaren Staatsgrenze  zu Belgien, an der sich nach dem zweiten Weltkrieg bis  in die fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts Zöllner und Schmuggler ein ereignisreiches Katz- -und Mausspiel lieferten.

Auf Höhe des ehemaligen Restaurants Fringshaus, eine belgische Enklave auf deutschem Bodem,  ging es links ab in Richtung Lammersdorf  und von dort über gut ausgebaute und ausgeschilderte Straßen in Richtung Einruhr, vorbei am Rursee , dann nach Schleiden, Schöneseifen, Hellenthal  und von dort nach Hergersberg, wo wir über die Grenze nach Belgien hineinfuhren .

Die deutsche wie die belgische Eifel, bei letzterer müsste man eher von den Ardennen sprechen, ist ein altes Mittelgebirge in dem sich Flach -und Hügelland harmonisch abwechseln, das Ganze unterbrochen von gepflegten Dörfern. Auf jeden Fall ließ es sich sehr gut cruisen und Katzen und Fahrer/Beifahrer kamen auf ihre Kosten.

Den Staatenwechsel merkte man am Zustand der Straßen, den unsere Wagen aber ohne Probleme verkrafteten. Weiter ging es über Berterath  in Richtung Manderfeld  dann nach Andler Mühle
und über Holzheim nach Büllingen, wo wir Dank des guten Wetters auf der Außenterrasse des Hotel/Restaurants  „TIEFENBACH“ zu Mittag essen konnten.

Die Heimfahrt erfolgte über die belgische Seite, das bekannte Hohe Venn, eines der letzten großen Hochmoore Europas  (https://www.hautesfagnes.be/home.de.html), durch die Ortschaften, Nidrum, Sourbrodt, Jalhay, dann nach Eupen und über Kettenis und  Hauset zurück nach Aachen .

Bedingt durch Corona und die mit dieser Pandemie verbundenen Reisebeschränkungen, die von Land zu Land unterschiedlich sind, beschränkten sich die Ausfahrten 2021 auf einen begrenzten Radius und so kam es, dass Donnerstag, den 30.09.2021, sich die gleichen Personen wie im Juli zu einer Ausfahrt trafen.

Dieses Mal stand die Besichtigung des Rechter Schieferstollens auf dem Programm. Das Dorf Recht gehört seit den Gemeindefusionen 1975 zur Stadtgemeinde Sankt Vith.

Wie immer, wenn man von Eupen in die Eifel oder die Ardennen fährt, muss man über das Hohe Venn fahren,  das ein natürliches Hindernis darstellt. So ging auch diesmal die Fahrt über die N 68 nach Jalhay und  Malmedy und von dort auf Nebenstraßen über Bellevaux, Reculémont und Pont nach Recht.

Bis zur Gründung der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, am 31.12.1983, war Malmedy der Hauptverwaltungssitz der ehemaligen deutschen Ostkantone Eupen, Malmedy und Sankt Vith. Da der belgische Nationalstaat nicht wusste, wie sich diese ehemals deutsche Bevölkerung nach der Einverleibung /Angliederung an Belgien verhalten würde, stand dieses Gebiet von  1920 bis 1925 unter der Verwaltung des Generalleutnants, Baron Herman Baltia,  der den offiziellen Titel
“ Königlicher hoher Kommissar der Ostkantone“ trug. Nach 1945 wurde dieses Gebiet dem Bezirk Verviers zugeteilt und stand unter der Leitung des Bezirkskommissars (Landrat) von Verviers,des Eupeners   Henri Hoen. der die Aufgabe Baltias bis 1963 wahrnahm, dem Jahr, in dem der belgische Staat die deutsche Sprache offiziell als dritte vollwertige Landessprache anerkannte.
Die belgische Staatssicherheit beobachtete über viele Jahre diskret die politische Entwicklung in diesem Landstrich und gab regelmäßig Meldung nach Brüssel. 

Der Schieferstollen von Recht
Während mehrerer Jahrhunderte wurde der Blaustein von Recht in Steinbrüchen gewonnen. Mitte der 1880er Jahre wurde der Schieferstollen Recht von den Gebrüdern Margraff angelegt, um tiefer gelegene und lukrative Dachschieferlager zu erschließen. Der Oberflächenabbau in den Steingruben war aufgrund der erreichten Tiefen zu schwierig geworden.1886 begannen die Arbeiten am oberen Stollen und von 1890 bis 1895 wurde der untere Stollen in den Fels getrieben, der etwa 60 Meter unter der Erdoberfläche liegt. Die durchschnittliche Vortriebsleistung lag bei 30 Zentimetern pro Tag. Der Streckenvortrieb erfolgte ausnahmslos durch Sprengen mit Schwarzpulver. Der Rechter Blaustein wurde weit über die Dorf- und Landesgrenzen hinaus für seine hervorragenden Eigenschaften und Verwendungsmöglichkeiten geschätzt. Auch heute hat dieser blaugraue beziehungsweise rotviolette Stein nichts von seinem "Charme" verloren.
Dank der finanziellen Unterstützung seitens der Deutschsprachigen Gemeinschaft und des kostenlosen Einsatzes vieler ehrenamtlicher Helfer, konnte das Denkmal Eifeler Industriegeschichte erhalten werden und zu einem modernen Museum ausgebaut werden. www.schieferstollen-recht.be/home/

Nach einer neunzigminütigen geführten Besichtigung ging die Fahrt dann weiter nach Sankt-Vith, wo wir im Hotel/Restaurant PIP/MARGRAFF zu Mittag aßen.

Die Rückfahrt erfolgte über Nebenstraßen via Rodt, Emmels, Recht, Réfat, Beaumont und Lodomez nach Stavelot und von dort über Malmedy und Jalhay nach Eupen.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern dieses Artikels sowie des Jagmags in diesen durch Corona beherrschten Zeiten eine entspannte Advents – und Weihnachtszeit, Glück und Gesundheit für 2022.
Auf ein frohes Kennenlernen oder Wiedersehen anlässlich des Jaguar Jahrestreffen vom 23.06.2022 bis 26.06.2022 in NL -Vaals.

Guy Bragard
Sektionsleiter Aachen-Nordeifel.

img_2016.jpg
img_2020.jpg
img_2023.jpg
img_2024.jpg
Sektionsleitung
Guy Bragard
Anschrift
Schorberg 6
B-4700 Eupen
Mitgliedsantrag
Jetzt anmelden