Genussvolle Spargeltour an den Niederrhein
Unsere zweite Clubausfahrt in diesem Jahr sollte jahreszeitlich passend eine „Spargeltour“ werden und stand unter dem Motto:
„Britische Automobielkunst trifft auf Niederrheinische Gelassenheit“.
So hatten sich am Dienstag in der zweiten Maiwoche insgesamt 18 Jaguar-Freunde zusammengefunden um die Ausfahrt mit acht gepflegten Katzen bei immerhin trockenem Wetter anzutreten. Da ein sehenswerter E-Type an diesem Morgen die Heizung verweigert hat und es doch recht frisch war, haben wir einen blauen Ford SUV (mit funktionierender Heizung) in unsere Reihen aufgenommen. Dies hatte den nicht unerheblichen Vorteil, dass der Autor dieser Zeilen, als vorausfahrendes Fahrzeug mit einem X350 das letzte Fahrzeug im Rückspiegel gut erkennbar im Blick hatte, sodass niemand verloren ging. Zu unserer Tour gab es natürlich auch ein Roadbook. Wir starteten am „Hotel zur Heide“ in Aachen-Oberforstbach. Von hier fuhren wir zum Pendlerparkplatz an der A4 in Düren, wo unsere auswärtigen Jaguar-Freunde hinzugestoßen sind.
Über ausgesuchte Landstraßen fuhren wir durch das Heinsberger Land und mussten zahlreiche Kreisverkehre überfahren. Da wir auf Nebenstrecken unterwegs waren, war das Verkehrsaufkommen doch recht überschaubar, so dass dies kein Problem war und unsere Gruppe nicht immer wieder auseinandergerissen wurde. Gut in der Zeit, war auch noch Raum für einen kurzen Foto-Stop. Es ist halt zu verlockend, eine Gruppe schöner Jaguare in freier Wildbahn im Bild festzuhalten. Wir umfuhren Erkelenz auf Landstraßen durch beschauliche kleine Ortschaften Richtung Niederrhein. Vorbei an Niederkrüchten und Brüggen erreichten wir Lüttelbracht, einen kleinen Vorort der Gemeinde Bracht, der sehr landwirtschaftlich geprägt ist. Hier erreichten wir unser erstes Etappenziel „Pauls Spargelhof“ in der Gentholter Straße. Hier wurden wir von Paul Brinkmann und seinem Sohn sehr herzlich empfangen. Auf der Terrasse waren für uns Tisch, Stühle und köstliche Spargelröllchen mit Schinken und Toast vorbereitet. Der Junior-Chef führte uns in den Spargelanbau mit all seinen Mühen und Risiken ein und brachte uns die Bedeutung der Regionalität und der hiermit verbundenen Qualität des Spargel nahe. Geduldig beantwortete er alle unsere Fragen rund um den Spargelanbau. Wir nahmen Einblick in die maschinelle verkaufsfertige Bearbeitung des Spargels. Im gut bestückten Hofladen ließen wir uns einen ausgiebigen Einkauf von erntefrischem Spargel und anderer Hoferzeugnisse nicht entgehen. Im Anschluss konnten wir auf geteerten Wegen unbeschadet über die Felder des Hofes fahren und an einem Spargelfeld selbst Hand anlegen und Spargel stechen. Die Ausführungen von Herrn Brinkmann waren so interessant, dass wir unser Zeitfenster für dieses Etappenziel doch etwas überzogen haben. Wir bedankten uns bei ihm für seine Aufwartung und Vorträge.
Sodann nahmen wir über landschaftlich reizvolle Nebenstrecken Kurs auf Nettetal-Hinsbeck. Hier fuhren wir den „Golf-Club Haus Bey“ auf einem wunderschönen und sehr gepflegten Areal mit einem 18- und 6-Lochplatz an. Schon die Zufahrt durch eine Allee, vorbei am Golfplatz war unserer Katzen würdig. Im Club-Restaurat wurden wir an einer festlich eingedeckten Tafel bereits erwartet. Hier wurden wir mit einem gutem Essen, natürlich mit reichlich frischem Spargel verwöhnt.
So gestärkt machten wir uns auf den Weg nach Kempen und konnten die sehenswerte Landschaft des Niederrheins genießen. In Kempen fuhren wir in den historischen Altstadtkern. Ausgestattet mit einer Genehmigung des Ordnungsamtes, konnten wir mit unseren Katzen umsichtig durch die Fußgängerzone fahren und so den zentral gelegenen Vorplatz der Propsteikirche erreichen. Hier hatte uns der Kirchenvorstand von St. Marien die Genehmigung erteilt, unsere Katzen fotogerecht aufzustellen und für die Dauer unserer Stadterkundung dort zu parken. An dieser Stelle bedanken wir uns bei der Kirchengemeinde für ihre Gastfreundlichkeit. Die Stadt Kempen wurde um 1186 erstmalig urkundlich erwähnt und wurde um 1290 als Stadt ausgebaut. Somit blickt Kempen auf eine umfangreiche Stadtgeschichte zurück, sodass wir einen kundigen Stadtführer geordert haben, der uns dies nahebringen konnte. Herr Derks holte unsere Gruppe auf dem Kirchenvorplatz ab und erläuterte uns die Stadtgeschichte in seiner sehr freundlichen und zugewandten Art, so dass alle aufmerksam und interessiert seinen Ausführungen lauschten. Markant war das „Henkerhaus“ von 1648. Wir hatten Glück, der Henker hatte seine Dienste bereits seit geraumer Zeit eingestellt. Nach einem Stadtrundgang mit vielen weiteren Informationen schlossen wir den Tag im „Café am Kuhtor“ bei Kaffee und gutem Kuchen ab. Da der Nachmittag schon fortgeschritten war, verlängerte Frau Klein die Öffnungszeit ihres Cafés für uns. Dafür nochmals: Herzlichen Dank!
Nachdem wir schöne Fotos von unseren Katzen vor der historischen Kirchenkulisse gemacht haben, verabschiedeten wir uns und machten uns über die Autobahn auf den Weg Richtung Heimat.
Mit unseren Jaguaren bemühen wir überwiegend ältere Fahrzeuge, sodass es trotz guter Pflege und regelmäßiger Wartung leider nicht immer ausbleibt, dass die Technik auch mal den Dienst verweigert. Dies kann uns alle ereilen. So blieb ein sehr schöner XJ auf der Autobahn liegen und musste notgedrungen auf dem Standstreifen anhalten. Der Motor wollte nicht mehr anspringen. Das ist dass, was niemand erleben möchte. Drei nachfolgende Katzen aus unserer Gruppe stoppten und boten Unterstützung an. Mit der hinzugezogenen Polizei konnte der XJ von einem weiteren XJ unter Polizeibegleitung mit Blaulicht bis zur nächsten Ausfahrt abgeschleppt werden, so dass auch dies schließlich ein gutes Ende nahm.
Text: Stephan Pütz
Fotos: Ute Willms, Detlef Pädzold und Stephan Pütz