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Besuch des Goodwood Revival Meeting 2026

Auf Initiative von Liz und Guy Bragard hatte sich eine kleine Gruppe unserer Sektion vorgenommen das Goodwood Rivival Festival im Süden von Großbritannien zu besuchen. Unsere Tour startete am 16. September. Von Eupen in Belgien fuhren wir nach Calais in Frankreich, wo wir mit dem Euro-Shuttle-Zug nach Großbritannien übersetzten. Dies ging erstaunlich reibungslos und war nach gerade 35 Minuten erledigt. In Folkestone hatten wir ein nahegelegenes Hotel für die Übernachtung gebucht. Am Abend haben wir die Altstadt von Folkestone besucht. Hier machten wir Bekanntschaft mit den recht herausfordernden Parkregelungen der Gemeinde, die es zu bewältigen galt, so dass wir schließlich resümierten, dass man so manches auch viel einfacher und entspannter für Gäste und Touristen regeln könnte.

Am nächsten Morgen besuchten wir Hastings, eine sehenswerte historische Küstenstadt und wegen der fünf Kilometer langen Strandpromenade mit Seebrücke heute ein Seebad. Die Stadt wurde 1066 von den Normannen unter Wilhelm dem Eroberer in einer Schlacht erobert. Diese Niederlage hat die englische Geschichte bis heute sehr geprägt. Hier gab es deutlich mehr zu erkunden, als unser Zeitfenster hierfür zugelassen hat.

Der Linksverkehr, vor dem wir zunächst großen Respekt hatten, gelang doch überraschend einfach. Man brauchte sich ja nur am vorausfahrendem Fahrzeug zu orientieren. Auffallend waren die doch recht schmalen und holprigen Straßen, entlang an nicht enden wollenden Hecken, wie man es aus den Filmen von Rosamunde Pilcher kennt. Die Geschwindigkeitsbegrenzungen waren hier durchgehend sehr großzügig bemessen, so dass man hier recht zügig unterwegs war, was wir in Deutschland auf solchen Straßen so nicht mehr erleben könnten.

Unser Quartier für den Besuch in Goodwood schlugen wir in Haslemere, einer Kleinstadt, die auf das Jahr 1221 zurückgeht, in einer Hotelanlage im Tudorstil auf, mit sehr historischem und wirklich britischem Flair. Von hier aus starteten wir am 18.09. unseren Besuch des Goodwood Rivival Festivals, wofür wir uns zwei Tage vorgenommen haben.

Der Goodwood Circuit bei Chichester in West Sussex befindet sich auf dem Landsitz der Herzöge von Richmond. Die Strecke umrundet das im zweiten Weltkrieg erbaute Goodwood Airfield der Royal Air Force. Die Rennstrecke mit einem 3,8 km langem Rundkurs, sieben Kurven und einem Höhenunterschied von zehn Metern sowie einer Zuschauerkapazität von 68.000 war beeindruckend. Der Rundenrekord wurde bereits 1965 mit 1 Minute und 20,4 Sekunden von Jimmy Clark und Jackie Stewart aufgestellt. Man kann berechtigt sagen, dass diese Strecke als Zentrum des historischen Motorsportes zu sehen ist. Die ersten Rennen fanden bereits 1948 statt.

Schon die Zufahrt nach Goodwood machte uns schnell klar, dass diese sehr historische Veranstaltung unsere Größenvorstellungen von allem uns bisher bekannten erheblich in den Schatten stellte.

Auf den sehr weitläufigen Parkplätzen gab es einen separaten Parkplatz für historische Fahrzeuge. Allein der Besuch dieses Parkplatzes war derart überwältigend, da hier tolle Oldtimer -natürlich war die Marke Jaguar hier sehr gut vertreten- in einer Menge zu sehen waren, die alleine für sich schon einen Tagesbesuch wert gewesen wären.

Vom Veranstalter wurde um eine Kleidung im Vintage-Style der Zeit der Fahrzeuge gebeten, was die allermeisten Besucher, so auch wir beherzigten. Dies trug zur einzigartigen Atmosphäre des Festivals erheblich bei.

Mit dem Zugang auf das Gelände erwartete uns eine riesige Zeltstadt mit Ausstellungen und Verkaufsständen, so dass kaum Wünsche für Oldtimer-Fans offen blieben. So passten einige historische Karussells und ein übergroßes historisches, dampfgetriebenes Fahrzeug zum Gesamtbild der Veranstaltung.

Es gab einen eigenen Bereich für Jaguar-Rennfahrzeuge, dies waren im wesentlichen E-Typs, die man sehr zahlreich bewundern konnte. Diese Fahrzeuge wurden auch immer wieder auf dem Gelände bewegt, so dass man den sehr eigenen Motorensound erleben konnte. Bei der Vorbereitung der historichen Rennwagen für das Rennen konnte man unmittelbar dabei sein, so dass man sich fast in einer anderen Zeit wähnte. Sehr schön war auch, dass Safety-Car, ein Jaguar E-Type mit montierter Warnblinkanlage auf dem Dach. Die Marke Jaguar war also gut vertreten und sehr präsent.

Die Rennstrecke konnte von vielen Punkten aus eingesehen werden. Zum richtigen Erlebnis wurde es aber erst von den Trebünen aus. Von hier hatte man einen guten Überblick. Die Rennen waren spannend und man konnte so manche Überholmanöver beobachten. Vor dem Rennen hatte sich sogar ein Mercedes 600 Pullmann für eine Runde auf die Strecke gewagt.

Die etwa 80 bis 90 Jahre alten Rennwagen wurden teilweise an ihre Grenzen geführt, und anscheinend nicht sonderlich geschohnt, so dass es wirklich echte Rennen waren. So manches Fahrzeug hat mit dunklen Abgasausstoß wohl ordentlich Öl verbrannt. Die spannenden Überholmanöver wurden von den Zuschauern mit reichlich Applaus bedacht, wie auch die Einfahrt des Siegerfahrzeuges. Es war Rennatmosphäre pur.

Auf dem Gelände waren zahlreiche historische Rolls-Royce und Bentleys unterwegs, die man ausgestattet mit dem entsprechend kostspieligem Ticket als Shuttle-Fahrzeug nutzen konnte. In einer solchen Kolonne blieb ein dunkelblauer Bentley vor uns stehen und hinten stieg Mr. Bean (Rowan Atkinson) unmittelbar vor uns aus und verschwand ebenso schnell in der Menge. Ein zweifarbiger Bentley S2 im Neuzustand fiel besonders auf, so dass wir den Fahrer angesprochen haben. Er erläuterte uns sehr erfreut über unsere Ansprache zu unserem Erstaunen, dass er diesen Wagen mit einem Aufwand von 750.000,- BP zum Elektrofahrzeug mit einer gigantischen Reichweite umgebaut und restauriert hat. Ein Traum von einem Auto.

Entsprechend der Geschichte des Areals waren auch historische zivile und militärische Flugzeuge ausgestellt. Ausgestattet mit dem nötigen „Kleingeld“ hätten wir auch einen Hubschrauberrundflug über das Gelände machen können. Das haben wir uns für das nächste mal aufgespart.

Auf dem Gelände gab es Live-Konzerte mit zeitgemäßer Musik, die die Besucher immer wieder spontan zum tanzen animierte. Außerdem waren Modenschauen in der zeitlichen Zuordnung zu sehen. Überall konnte man kleinere Mahlzeiten einnehmen oder auch mal nur eine Kaffeepause machen, wenn man denn einen freien Platz ergattern konnte. Manche Besucher haben sich auch ein britisches Picknick auf dem Rasen gegönnt, was sehr zur Atmosphäre passte.

Wir hatten uns mit einem weiteren Mitglied unserer Sektion auf dem Gelände verabredet, das mit Freunden separat angereist war, so dass wir sehr gesellig unterwegs waren. Wegen der hohen Besucherdichte hatten wir nicht erwartet, dass wir ansonsten jemanden von der JAG treffen würden. Um so überraschter waren wir, als wir Mitglieder der Sektion Saar-Pfalz mit Stephan Goebel trafen, die mit gefühlt zwanzig Personen da waren. Hier war die Freude auf beiden Seiten groß.

Von einem beabsichtigten Besuch der unmittelbar benachbarten Rolls-Royce Motor Cars Company mussten wir aus zeitlichen Gründen leider wieder Abstand nehmen. Aber das kann man sich ja fürs nächste Mal wieder vornehmen.

Am 20. September sind wir wieder Richtung Frankreich aufgebrochen und haben uns noch einen Tag an der Normandie gegönnt und ein Hotel in Wissant unmittelbar am Strand gebucht. Wissant ist natürlich auch historisch und diente im Mittelalter als Hafen für den Schiffsverkehr nach England. Hier waren auf französischer Seite ebenso wie in Dover weiße Kreidefelsen zu sehen. Vom Strand konnte man diese auf englischer Seite gut sehen.Die Küstenlandschaft war beeindruckend und hat definitiv zum Wiederkommen eingeladen.

Wir danken Liz und Guy Bragard für die sehr gute Vorbereitung und Planung der Tour. Es war ein Erlebnis.

Text: Stephan Pütz

Bilder: Guy Bragard und Stephan Pütz

Quelle der Hintergrundinformationen: Wikipedia

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