Wenn eine Ausfahrt angesagt und durchgeplant ist, dann kann nichts, auch nicht das wechselhafteste Wetter, dieses Ereignis verhindern.
So geschehen, am Dienstag, dem 02.06.26, als sich 12 Jaguaristi, auf den Weg in die Osteifel machten . Wir starteten um 9:15 Uhr und über eine sehr schöne Nebenstrecke peilten wir unser erstes Ziel an, das „Brauers Landarthotel“ in Steinborn , wo wir in geselliger Runde zu Mittag speisten.
Der Nachmittag gehörte dem Besuch des Erlebnismuseums Vulkanhaus in Strohn. Das Örtchen zählt 500 Einwohner, gehört zur Verbandsgemeinde Daun und liegt in der Vulkaneifel , die zu Rheinlandpfalz gehört.
Der Alt Bürgermeister der Gemeinde, Karl Weiler, empfing und erklärte uns ,dass vor etwa 45 Millionen Jahren durch die starke Dehnung der Erdkruste im Rahmen der Alpen-Bildung die ersten Vulkane in der Eifel ausbrachen. Die letzte Eruption eines Vulkanes erfolgte vor 12.900 Jahren. Die Maare, auch Augen der Eifel genannt , sind trichterförmige Vulkanseen , die durch gewaltige Wasserdampfexplosionen entstanden. Von über 70 Kratern sind heute nur noch 10 wassergefüllt. Die restlichen sind verlandet und stellen heute einzigartige Trockenbiotope dar.
Ein solch wassergefülltes Maar ist das Schalkenmehrener Maar, ein Doppelmaar, das heute ein Freibad und einen Bootsverleih bietet.
Ein weiteres Zeugnis der Kraft der Natur ist die sogenannte Strohner Lavabombe , eine 120 Tonnen schwere Basaltkugel , mit einem Durchmesser von fast 5 Metern.
Gegen 17:00 Uhr ging unser Besuch nebst Besichtigungen zu Ende und wir machten uns auf den Weg zum Sporthotel „Grafenwald“ wo wir zu Abend aßen und den Tag bei einem anschließenden Kaltgetränk gemeinsam ausklingen ließen.
Am darauffolgenden Mittwochmorgen machten wir uns auf nach Mendig. Die Stadt zählt gut 9.000 Einwohner, ist über 950 Jahre alt und bekannt wegen ihrer unterirdischen Felsenkeller, die sich auf einer Fläche von 3 Qkm in einer Tiefe von 30 Metern unter der Stadt erstrecken .
Der erste Besuch galt dem deutschen Vulkanmuseum . Dank unserer hervorragenden Reiseleiter konnten wir unsere Wagen auf einem VIP Parkplatz, direkt vor dem Museum abstellen. Unsere charmante Gästeführerin erklärte uns anschaulich die verschiedenen Vulkanausbrüche und deren Folgen an Hand technischer Installationen , die mit haptischen Effekten versehen waren. Beeindruckend war in diesem Rahmen ein nachgestellter Vulkanausbruch über den NTV in Echtzeit berichtete. Krankenwagen, THW, Feuerwehr , Polizei und Reporter vor Ort berichteten von dieser Katastrophe. Selbst die Studiojournalistin wurde zu einem Zeitpunkt von der Regie aufgefordert das Studio und das Gebäude zu verlassen. Auch der Boden in unserem Vorführraum erschütterte spürbar. Dieser simulierte Vulkanausbruch war eine Meisterleistung der Technik.
Von dort ging es anschließend gut 200 Meter zu Fuß zu den so genannten Lava Kellern.Als vor tausenden von Jahren die Vulkane Glut und Asche spiehen ,floss auch ein Lavastrom nach Mendig. Ab dem späten Mittelalter stellte der Abbau der durch den Lavastrom entstandenen Basaltlava für die ansässige Bevölkerung einen wichtigen Broterwerb dar.
Durch den Abbau der wertvollen Basaltlava als Werksteine , entstand im Laufe der Zeit ein Labyrinth an Schächten und Stollen.
Mitte des 19. Jht. nutzten die Brauereien, 28 an der Zahl bei 2.800 Einwohnern, auf Grund der gleichbleibenden Temperatur von 6° bis 8°, die Keller als Lager für ihre Biere. Mit der Erfindung von Lindes Kühltechnik verschwanden alle bis auf die heutige Vulkan Brauerei.
Die Ausfahrt endete mit einem Mittagessen in dieser nahegelegenen Brauerei
Gestärkt an Leib und Seele traten wir danach unsere Heimreise an.
Während dieser zwei Tage haben wir nicht nur den Wetterkapriolen getrotzt sondern auch viel Interessantes und Wissenswertes über die Entstehung der Vulkaneifel erfahren.
Unser Dank gilt Dr. Manfred und Heidemarie Claßen für die intensive Vorbereitungsarbeit und erfolgreiche Durchführung dieser Ausfahrt .
G.Bragard
Fotos : Stephan Pütz