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JAG-Jahrestreffen 2016 - Weimar

Jahrestreffen 2016
Vor einigen Jahren hatte man sich in Zeulenroda getroffen, weit im Osten nahe Dresden. Das Treffen war schön, gut organisiert, das Hotel samt großzügigen Terrassen modern, aber durchaus zum Wohlfühlen, lediglich die Zahl der Teilnehmer ließ etwas zu wünschen übrig. Nun also Saale-Unstrut?

Rasch wurde jene Stadt ausgewählt, die neben Dresden und Leipzig die wohl bekannteste im Ostteil Deutschlands ist: Weimar. Goethe und Schiller, dazu Heine, Wieland und Herder, Liszt und Wagner – Kultur allenthalben. Dazu sehenswürdige klassizistische Gebäude, die Anna-Amalia-Bibliothek, die erst nach dem verheerenden Brand von 2003 so richtig in die Schlagzeilen und unser kollektives Gedächtnis rückte, sei nur als ein Beispiel genannt.

Am Donnerstag trafen gut zwei Drittel der Teilnehmer ein und empfingen ihre Unterlagen im Foyer des am Goethe-Park gelegenen Dorint-Hotels. Abends ging es per pedes Richtung Altstadt, wo im „Weißen Schwan“ das gemeinsame Abendessen auf dem Programm stand. Das altehrwürdige Haus soll das Lieblingsrestaurant Goethes gewesen sein und so war es nur logisch, dass sein Leibgericht serviert wurde: Tafelspitz mit grüner Soße (wobei Mitglieder aus dem Großraum Frankfurt gleich anmerkten, dass Letztere ja wohl mit der Stadt am Main verbunden sei).
Jahrestreffen 2016
Am Freitagmorgen dann der Start zu den ersten beiden Etappen. Da das Dorint-Hotel nicht über eigene Parkplätze ververfügt, waren alle Fahrzeuge des Jahrestreffens in der Tiefgarage gegenüber untergebracht, und ein Start von dort aus wäre nicht nur optisch ein no-go gewesen, sondern vor allem auch gesundheitlich bedenklich. An einschlägige Erfahrungen konnten sich jene Teilnehmer erinnern, die schon 2007 in Bad Wildungen dabei gewesen waren: schon nach wenigen Minuten waren dort nämlich die Alarmsignale der Tiefgarage losgegangen, weil alle gleichzeitig starten wollten. Man ist ja lernfähig: in Weimar fuhren die Fahrzeuge sukzessive von der Tiefgarage Richtung Platz der Demokratie, wo ein Bereich für den Start reserviert war.

Der Kontakt zur Stadtverwaltung in diesem Punkt war übrigens ebenso völlig stressfrei wie der zur die Ausfahrten genehmigenden Landesverwaltung. Alte Ressentiments wurden nicht nur hier durch freundliche Beamte weggewischt, sondern auch die zuvorkommende Art von Hotelpersonal und der Mitarbeiter des Dorint wie des Gabelbach Berghotels, wo die freitägliche Mittagspause anstand, seien an dieser Stelle erwähnt.

Das Jahrestreffen bot wieder eine breite Palette an Fahrzeug-Modellen: E-Type, MkIV als ältestes Fahrzeug, Mk2, XJ Coupé, das gerade frisch aus der Restaurierung kam , sowie als auffälligster und gleichzeitig seltsamster Hingucker der Owen Sedanca auf XJ-Basis, von dem es weltweit nur zwei Exemplare gibt.
Jahrestreffen 2016
Kaum, dass alle Fahrzeuge auf dem Platz der Demokratie, in unmittelbarer Nachbarschaft zur bereits erwähnten Anna-Amalia-Bibliothek gelegen, eingetroffen waren, fing es leicht an zu nieseln. Naja, mag dem einen oder anderen durch den Kopf gegangen sein, das ist ja kein Wunder bei diesem seltsamen Sommer 2016. Doch nach wenigen Minuten war der Spuk vorbei und den ganzen Rest des Wochenendes schien die Sonne von einem blauen Himmel. Ja, wir wissen es klingt abgedroschen und verlangt schon fast nach einem Fünf-Euro-Schein ins Phrasenschwein, aber Petrus muss eben doch ein Jaguar-Fahrer sein…
Jahrestreffen 2016
Wie gewohnt führte die Rallye-Strecke über kleine und kleinste Straßen und Sträßlein, aus Weimar hinaus über die Belvederer Allee ins ländliche Thüringen durch kleine Ortschaften, vorbei an satt gelben Feldern, durch lauschige Alleen mit altem Baumbestand und das alles bei auch für Cabrio-Teams sehr angenehmen Temperaturen. Das Berghotel Gabelbach, wenige Kilometer oberhalb von Ilmenau gelegen, war in den zwanziger und dreißiger Jahren Ziel einer damals bekannten Bergprüfung, die sich bald zu einem Bergrennen entwickelte. Auf dieser historischen Strecke erklommen die Katzen die Steigung, vorbei an zwei Denkmälern, die an erfolgreiche Fahrer erinnern. Oben auf der Höhe pfiff der Wind, sodass man froh war, das reichhaltige Buffet im Inneren des weitläufigen Hotels zu finden.
Jahrestreffen 2016
Nachmittags fuhren die Wagen über viele Kilometer am Flüsschen Ilm entlang, bei Rittersdorf überraschte eine kleine Höhenstraße mit weit ins Land reichenden Ausblicken, Weimar wurde zu angenehmer Zeit erreicht, sodass etwas Zeit für individuelle Programmgestaltung blieb.

Am Freitagabend waren dann alle eingetroffen. Großes Hallo und Wiedersehensfreude bei den einen, vorsichtiges, aber interessiertes Beobachten bei einigen der erfreulicherweise neuen Teilnehmer. Überhaupt hatte sich Weimar als gute Möglichkeit für JAG-Mitglieder aus dem Norden, Bremen/Hannover oder auch Berlin erwiesen, auch einmal an einem, Jahrestreffen teilzunehmen. Es sei vor weggenommen – die meisten wollen wiederkommen.

Vor dem Abendessen, das ein hervorragendes Buffet bot, wurde noch eine kurze Sondereinlage geboten. Anhand von Ortsschildern verfolgten die Anwesenden den imaginären Ablauf einer Ausfahrt. Und wer hätte schon gedacht, dass es Ortsnamen wie Unterkaka, Oberkaka, Unter-, Mittel- und Oberneger gibt?

Der Start am Samstagmorgen erfolgte unter blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein wieder auf dem Platz der Demokratie und das gute Wetter spiegelte sich auch in den Mienen der Teilnehmer wider.

Ziel war an diesem Tag Schloss Burgscheidungen, das eine beeindruckende Kulisse bot, nur leider war der Service, nun, sagen wir: suboptimal. Der durchweg guten Laune konnte dies jedoch keinen Abbruch tun. Die Streckenführung war vor- wie nachmittags mit einigen Aufgaben gespickt, schließlich sollten am Abend noch viele Pokale verteilt werden. Man traf sich auf der neu eingerichteten
Jahrestreffen 2016
Terrasse – der Wellnessbereich des Touring-Hotels war, entgegen der Zusagen im Februar noch nicht fertig, was einige Teilnehmer(innen) nachdrücklich bemängelten – zu einem Stück Kuchen, Kaffee oder auch einem Glas Wein. Eelo Gitz, früherer Präsident des holländischen Jaguar-Clubs, mit Gattin Yvonne machte das JAG-Jahrestreffen zu einer internationalen Angelegenheit, was schon mal ein Pokal wert war. Das älteste Fahrzeug war, nachdem ein Teilnehmer aus Düsseldorf statt des ursprünglich genannten SS Saloon von 1933 einen optisch interessanten wenngleich gewöhnungsbedürftigen Owen Sedanca – gebaut Anfang der Siebziger auf XJ-Basis – an den Start brachte, ein gediegen grauer MkIV aus Leipzig.
Dieser konnte, logisch, nicht den Preis für die weiteste Anreise ergattern, der ging an einen orangefarbenen F-Type aus Bayern. Womit die Bandbreite der teilnehmenden Fahrzeuge dokumentiert ist. Gesamtsieger wurde übrigens das Ehepaar Jürgen und Irene Holzapfel mit einem roten E-Type der Serie 3.
Während des Abendessens wurde dann schon eifrig über die Region diskutiert, in der das Jahrestreffen 2017 stattfinden könnte. Man einigte sich mit klar überwiegender Mehrheitsstimmung auf eine weitere Weingegend – Franken.
Übrigens: Auch Goethe hat schon den Frankenwein genossen, unter anderem aus Dettelbach nahe Würzburg*. Womit außer dem Getränk ein weiterer Bogen von Weimar aus gespannt wäre.
* Im Jahre 1828 hatte Geheimrat Goethe 2,5 „Eimer“ und fünf Maß Dettelbacher Wein geordert – was der beachtlichen Menge von 180 Litern entspricht.