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JAG-Jahrestreffen 2015 - Traben-Trarbach

JAG Jahrestreffen 2015
Wer suchet, der findet!


Nach Franken (Bad Brückenau 2012) und Durbach (2014) machte das JAG-Jahrestreffen in diesem Jahr Station in einer weiteren berühmten Weingegend. Traben-Trarbach, einst neben Bordeaux Europas größte Umschlagplatz für Wein, war Dreh- und Angelpunkt am letzten Juli-
Wochenende 2015.

Das Hotel Moselschlößchen, unmittelbar am linksseitigen Ufer im Ortsteil Graben gelegen und nur durch eine schmale Straße vom träge dahinfließenden Fluss getrennt, war ab Freitag komplett von der JAG belegt. Lediglich am Donnerstag, als schon gut zwei Drittel der Teilnehmer anreisten, fand man noch ein paar wenige fremde Gesichter.

Bei der Übergabe der Unterlagen freuten sich die Teilnehmer – neben dem unvermeidlichen Roadbook und den Startnummern – über die Jaguar-Tüten, die Jaguar-Kugelschreiber und die knallroten Jaguar-Halsbänder. Eine besondere Überraschung bedeuteten die grünen Decken mit aus Hunderten kleiner Perlen geformtem JAG-Emblem, die als Überraschung auf den Zimmern warteten. Bei perfektem Sommerwetter fand man sich schnell auf der zum Hotel gehörenden großzügigen Terrasse ein oder verweilte unter den roten Sonnenschirmen des ebenfalls vom Moselschlößchen-Team betreuten Bistros. Nach dem Abendessen waren die Tische noch zu später Stunde besetzt, der Moselwein schmeckte und die Gespräche dauerten an, als es schon lange dunkel geworden war.

Die beiden Ausfahrten, am Freitag Richtung Südwesten zur Villa Borg, und am Samstag Richtung Nordwesten durch die Vulkaneifel nach Schalkenmehren, wurden jeweils zu ziviler Zeit um 9:30 Uhr gestartet. Der Vorschlag der einem römischen Landsitz nachempfundenen Villa Borg einen Besuch abzustatten, war von JAG-Sektionsleiterin Hilde Müller (Saar/ Pfalz) gekommen. Und so führte die Strecke zunächst an der Mosel entlang bis Bernkastel-Kues und dann über Kreis-und Landesstraßen bis zur Villa, wo es den Jaguars gestattet war, auf der Wiese innerhalb des Anwesens zu parken. Automobile Historie traf so auf römische Geschichte – ein schönes Bild.

Nach einem leckeren Buffet (wobei die Service-Mädchen mit der zeitnahen Erledigung von angesichts der fast tropischen Temperatur zahlreichen Getränkewünschen ihre Schwierigkeit hatten) ging es zurück Richtung Traben-Trarbach. Je weiter die Zeit Fortschritt, desto heißer und auch schwüler wurde es. Unten an der Mosel zeigten die Zeiger der Thermometer schon wieder 30 Grad Celsius und dies bei einer klebstoffigen Luftfeuchtigkeit.

Ältestes Fahrzeug: SS Jaguar Saloon von 1936 neben Jaguar Mark V.Inzwischen waren auch die restlichen Teilnehmer am Moselschlößchen eingetroffen, beziehungsweise reisten gerade an, sodass die Truppe komplett war. Bis auf eine Teilnehmerin, die es schaffte, trotz Wegbeschreibung in der Anmeldebestätigung angeblich eine Stunde lang in Traben-Trarbach herumzuirren und das Hotel nicht zu finden. Dafür hatte sie dann einen ihrer bekannten unvermeidlichen Auftritte und parkte (als einzige) ihren Jaguar direkt im Hof des in Schrittweite zum Hotel gelegenen Weinguts von Axel Emert. Dieser gab eine launige Einführung in die Traben-Trarbacher Weinhistorie gab, wobei er natürlich auch seine eigenen Produkte anpries. Im Gewölbe, wo das Moselschlößchen ein regionales Buffet aufgebaut hatte, herrschte bald launige Stimmung, sicherlich auch angeheizt durch so manchen Tropfen.

Als die letzten Teilnehmer gegen 21:30 Uhr das Weingut verließen, fielen schon ganz andere Tropfen. Von oben nämlich, aus dunkel dräuenden Wolken, kam schon der Regen, der eigentlich erst für den nächsten Tag angesagt war.

In weiser Voraussicht hatte das Organisationsteam den Start angesichts der Wettervorhersage für Samstag in das hoteleigene Parkhaus verlegt was sich als gute Entscheidung herausstellen sollte. Fast zeitgleich mit dem Start des ersten Fahrzeugs fing es nämlich an zu regnen und auf dem Weg nach Wittlich geriet der ein oder andere in einen wahren Wolkenbruch. Bei einem E-Type fiel passenderweise der Scheibenwischer-Motor aus, man wendete in Kröv und schlich zum Hotel zurück.

Das Landesamt für Mobilität Rheinland-Pfalz hatte in der Genehmigung für die Ausfahrten des JAG-Jahrestreffens drei Umleitungen, beziehungsweise mögliche Vollsperrungen angegeben, die jedoch allesamt nicht vorhanden waren und den Freitag, sowie die ersten Kilometer des Samstagmorgens betrafen. Aber die Überraschungen kamen noch.

Zunächst gab es eine Umleitung in Richtung St. Thomas, die viele Kilometer Richtung Kyllburg führte. Dort prasselte ein Wolkenbruch auf die Teilnehmer nieder, dass es die Scheibenwischer auch in der höchsten Stufe kaum schafften, der Sturzbäche fast biblischen Ausmaßes Herr zu werden. Jene, die dem Sperrschild keine Beachtung schenkten und es einfach probierten, kamen ohne Probleme durch. Ein gewisses Maß zivilen Ungehorsams ist manchmal eben doch nicht ganz so schlecht.

Jag Jahrestreffen 2015

Der Regenguss sorgte auf dem Weg hinauf nach Rom – ja, wirklich, so hieß ein kleiner Weiler “in the middle of nowhere" – für eindrucksvolle Bilder, als die kleinen Kolonnen der Jaguare in leichter Nebelstimmung die schmale Straße hinaufschnurrten. Kurz vor Schalkenmehren gab es dann noch zwei weitere Umleitungen, wobei die breite Bundesstraße Richtung Daun komplett gesperrt war. Immerhin gab es eine Umleitungsempfehlung, sodass der Weg zum Landgasthof Michels in Schalkenmehren nur wenige Kilometer länger war als die im Roadbook angegebene Streckenführung.

Immerhin sorgten die Umleitungen bei einigen Teilnehmern für gewisse Irritationen was sich in dem an den Routenplaner gerichteten launigen Spruch einer Teilnehmerin widerspiegelte: „Wir überlegen uns noch die Todesart.“

Wenn sie gewusst hätte, was die 57 Fahrzeuge nach dem leckeren Mittagsbefehl auf der Etappe zurück nach Traben-Trarbach erwartete – die Guillotine wäre wohl schon gefallen.

In der Zwischenzeit hatte sich nämlich die Nachricht herumgesprochen das parallel zur Jaguar-Ausfahrt eine Veranstaltung mit historischen Rallye-Fahrzeugen stattfand. Das Eifel Rallye Festival bevölkerte mit Skodas, Opel Ascona, Golf GTI, Fiat 131 Abarth, Lancia Stratos, Ford Escort und vielen anderen Baumustern der sechziger bis achtziger Jahre den Landstrich rund um Daun. War das Aufeinandertreffen der klassischen Jaguar mit den knallbunten und mit Sponsoraufklebern reichlich beklebten Rallye-Autos auf den Verbindungsetappen des Eifel Rallye Festivals noch ganz witzig, so sorgte die Vollsperrung eines Ortes wegen einer dort stattfindenden gezeichneten Sonderprüfung der Rallye für vollständige Verwirrung unter den Teilnehmern des Jahrestreffens. Es gab nämlich keinerlei Umleitungsempfehlung zum nächsten Ort Wollmerath und so machte die Jaguar Association Germany beste Werbung für Jaguar, denn im Umkreis von 15 Kilometern war so gut wie jede noch so kleine oder auch größere Straße von Jaguar-Fahrzeugen bevölkert.

Manche gaben entnervt auf, ließen Roadbook Roadbook sein und fuhren, von Navi oder Mobiltelefon geleitet, schnurstracks auf direktem Weg nach Traben-Trarbach zurück. Die überwiegende Mehrheit jedoch nahm die sportliche Herausforderung an und fand über ein paar Ecken den Weg zurück auf die Originalroute („Wer sucht, der findet.“). Und so kam es, dass gut zwei Drittel der beim Start ausgeteilten Bordkarten abgegeben wurden.

Ach ja, das Wetter. Die Regengüsse hatten sich Richtung Nordosten verzogen, nur noch einzelne, kleine Schauer gab es, dazwischen aber leuchtenden Sonnenschein, der Felder und Wiesen in klares Scheinwerferlicht tauchte. Kilometerweite Ausblicke in die umliegende Landschaft ließen so manchem das Herz aufgehen: „Das war aber eine tolle Strecke. Deutschland ist wirklich schön.“

Bliebe noch zu berichten, dass zwei Fahrzeuge liegen blieben. Am Freitag ein S-Type aus den sechziger Jahren mit Kupplungsschaden kurz vor dem mittäglichen Ziel und am Samstag der weiße Mark V mit einem recht kapitalen Motorschaden

Zum ersten Mal hatte Jaguar Deutschland ein Team der Jaguar Land Rover Experience zum JAG-Jahrestreffen geschickt und die beiden jungen Männer durften dann auch gleich von der Villa Borg zurück nach Traben-Trarbach fahren, wo sie den Anhänger holten, in dem sie einen in „Glacier white“ lackierten neuen XE mitgebracht hatten, der auf einem Podest die Hotelterrasse zierte. Dann wieder zurück Richtung Villa Borg, den S-Type vorsichtig aufgeladen und wieder retour Richtung Traben-Trarbach, wo das Gespann gegen 20.30 Uhr eintraf. Die beiden hatten an diesem Tag ohne Zweifel die meisten Kilometer zurückgelegt, an die 400 nämlich. Zum Glück war das Buffet noch nicht abgeräumt.

Der weiße Mark V hingegen wurde von einem per Telefon herbeigerufenen ADAC-Abschleppwagen Huckepack genommen und nach Traben-Trarbach gebracht, von wo aus er am Montag auf dem „Gelben Engel“ die Heimreise in den Main-Tauber-Kreis antrat.

Text & Fotos: Mike Riedner